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„Inselzeit“-Projekt

Das Patenprojekt der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. für Kinder krebskranker Eltern

Hintergrund des Projektes

Krebs als eine „Wir-Erkrankung“ erschüttert den gesamten Familienalltag. Für die Kindern hängen durch die Krebserkrankung eines Elternteils zu Hause oft sprichwörtlich „dunkle Wolken“ über dem Alltag. Die Stimmung und das Erleben daheim sind oft schwer, gedrückt und die Sicht auf die unbeschwerte Kindheit ist versperrt. Die Kinder befinden sich oft in einem emotionalen Dilemma, da sie die häusliche Belastung intensiv spüren und häufig Schuldgefühle entwickeln, wenn sie trotz des Leidens eines Elternteils Freude empfinden.

Projekt-Idee

Unser Ziel ist es, co-betroffenen Kindern alle 14 Tage – und perspektivisch sogar jede Woche – für einige Stunden eine unbeschwerte und sorgenfreie Auszeit zu schenken. In einem geschützten Rahmen können sie einfach Kind sein, lachen und die Seele baumeln lassen. Das Kind muss auf der Insel nicht die Rolle des „Sorgenträgers“, „Trösters“ oder „Rücksichtnehmers“ einnehmen.

Gleichzeitig wollen wir durch dieses geplante Angebot einen wertvollen Freiraum für die betroffenen Eltern schaffen, um ihnen eine spürbare und praktische Entlastung im Alltag zu bieten.

Der Pate als „Wolkenschieber“

Die Aufgabe des Paten ist es, die grauen Wolken, die über dem Alltag des Kindes hängen, für ein paar Stunden beiseitezuschieben. Er macht den Himmel wieder frei und sorgt für „gutes Wetter“.

Als Paten agieren qualifizierte junge Erwachsene, welche im 2. oder 3. Ausbildungsjahr an einer sächsischen Berufsfachschule den Beruf des Erziehers lernen. Die engagierten und empathischen Paten bringen neben ersten praktischen Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern auch umfangreiches pädagogisches Wissen mit ein.

Das Auswahlverfahren der Paten findet im engen Austausch mit den Lehrkräften der Berufsfachschulen, den Projektmitarbeitern der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. und natürlich den Eltern, die wir mit diesem Projekt unterstützen wollen, statt.

Bevor die „Inselzeit“ beginnt werden die Paten durch eine gezielte Schulung auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern krebskranker Eltern vorbereitet und erhalten während des Projektes kontinuierliche fachliche Begleitung.

Das Kind als „Inselentdecker“

Hat der Pate die dunklen Wolken beiseite geschoben, kann das Kind wieder unbeschwerter in die Welt schauen. Jetzt ist die Sicht frei, um aktiv zu werden.

Auf der Insel erhält das betroffene Kind die ausdrückliche Erlaubnis zur Unbeschwertheit. Es ist dort seine hauptsächliche Aufgabe, einfach nur Kind zu sein, zu lachen, Spaß mit dem Wolken-Schieber zu haben und die Krebserkrankung für eine Weile zu vergessen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Was bedeutet die Inselzeit für die Eltern?

Für schwerkranke Eltern ist es oft eine große Überwindung, fremde Hilfe für ihre Kinder anzunehmen, da sich häufig Schuldgefühle und Versagensängste einmischen. Das Projekt versteht sich jedoch keineswegs als familiäre Intervention oder Ersatz für die Eltern, sondern vielmehr als reines Geschenk und Ergänzung durch sogenannte „Wolken-Schieber“.

Da die Kinder in professionellen Händen von angehenden, sorgfältig ausgewählten Erziehern sind, können Eltern dieses Angebot mit gutem Gewissen als Ergänzung zu ihrer eigenen elterlichen Kompetenz annehmen . Sie dürfen die Rolle der „beruhigten Genießer“ einnehmen und die gewonnene Zeit ohne Rechtfertigung exklusiv für sich, ihre eigene Erholung oder ihre Partnerschaft nutzen.