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Unser Songzyklus

Vom Bleiben und Widerstehen

Ein Lieder-Zyklus über das Leben von Familien mit Krebs und minderjährigen Kindern

Es gibt Momente, in denen das Leben stillzustehen scheint.
Wenn Krankheit, Angst oder Verlust unseren Alltag verändern,
dann beginnt eine Reise, die uns tief in unser eigenes Inneres führt.

Dabei verändert sich unser Leben oft nicht mit einem lauten Knall,
sondern unmerklich und leise – durch einen Satz, ein unbedachtes Wort,
einen Blick, einen Atemzug und die plötzliche Leere, die uns dann umfasst.
Dann fühlt sich unsere Welt mit einem Mal fremder, viel kleiner und stiller an.
Wir fühlen uns hilflos und allein – und lernen, dass wirkliche Nähe und Zuwendung
etwas anderes bedeuten, als wir bisher dachten.

„Vom Bleiben und Widerstehen“ erzählt von diesen kleinen und großen Momenten –
von der Kraft, die darin liegt, zu bleiben, wenn man selbst erschöpft ist;
vom Mut, der entsteht, wenn man nicht fortgeht;
vom leisen Widerstand gegen das Verstummen, gegen die Kälte,
gegen das Gefühl, hilflos zu sein, wenig oder nichts mehr tun zu können.
Von der Notwendigkeit, Hilfe anzunehmen, und dem Willen, Hilfe zu geben.
Von der Zärtlichkeit, die entsteht, wenn man keine Antworten mehr hat,
aber trotzdem zuhört, einfach da ist, eine Hand hält
und die schier endlos erscheinende Stille gemeinsam aushält.

Die Lieder erzählen von Eltern, die füreinander da sind,
um für ihre Kinder da zu sein –
die sich gegenseitig halten, um sie zu halten,
selbst wenn sie manchmal das Gefühl haben,
sich dabei selbst zu verlieren.

Von Kindern, die mit ihren Fragen das Unsagbare berühren,
die versuchen zu verstehen, was kaum zu verstehen ist –
die mehr fühlen, erahnen und spüren, als sie oft wissen.
Die selbst hoffen, trösten und ihren Eltern helfen wollen
und dabei manchmal nur in ihrer Fantasie Wege finden,
um das Unbegreifliche greifbar zu machen.

Sie erzählen von Jugendlichen, die fliehen, um zurückzufinden –
die laut werden, weil die Stille um sie herum zu viel für sie ist,
die Fehler machen, weil sie lieben, und lernen,
dass Hass und Liebe manchmal dasselbe Herz teilen können.

Und auch von jenen, die begleiten – Ärztinnen, Ärzte und Pflegende,
Menschen, die für eine Zeit Teil dieser Familien werden,
ohne selbst Familie zu sein.

Sie treten ein, wenn Angst und Hoffnung sich die Hand geben,
tragen – manchmal schweren Herzens – mit,
was niemand allein tragen kann,
und scheiden wieder aus, wenn das Leben weitergeht.

Genauso wie etwas von ihrem Wirken im Leben der Familien verankert bleibt,
so bleibt auch etwas von den Familien und ihrem Leben bei ihnen –
oft still, manchmal unbewusst, aber immer spürbar.

Die Lieder erzählen von der Kunst, auszuhalten, was größer ist als man selbst –
und trotzdem Hoffnung, Zuversicht und Wärme zu bewahren,
wenn Angst der Hoffnungslosigkeit Bahn zu brechen scheint,
und schwindende Zuversicht die Kälte kaum mehr aufhalten kann.

Vom Bleiben, das nicht Stillstand ist.
Vom Widerstehen, das nicht Verhärten meint.
Von der Liebe, die bleibt, auch wenn Sprache nicht mehr reicht.
Und von der stillen Hoffnung, die niemals aufzugeben scheint.

„Vom Bleiben und Widerstehen“ sind nur vordergründig Lieder über Krankheit.
Es sind vor allem Geschichten über das Leben – und über Menschlichkeit.
Sie bieten keine universellen Antworten,
aber sie eröffnen Gespräche,
über das feine Band zwischen Angst und Vertrauen,
zwischen Schmerz und Zuversicht,
Dasein und Loslassen,
Leben und Erinnern.

Bleiben – das ist hier kein Verharren.
Es ist eine Form von Liebe.

Widerstehen – das ist kein trotziges Auflehnen.
Es ist eine Form von Hoffnung.