
Ziele der Fortbildung
Sensibilisierung für die Familienperspektive: Schärfung des Blicks für die Situation minderjähriger Kinder bereits im Rahmen der Patientenanamnese.
Praktische Sprachfähigkeit: Vermittlung von konkreten, zeiteffizienten Formulierungshilfen und Werkzeugen für das Erst- und Aufklärungsgespräch mit den betroffenen Eltern.
Handlungssicherheit in Krisen: Gewinnung von Sicherheit im Umgang mit emotional anspruchsvollen Konstellationen und palliativen Situationen durch fallbasierte Simulationen.
Ärztliche Entlastung: Kennenlernen des psychosozialen Netzwerks und rechtlicher Unterstützungsmöglichkeiten, um Familien gezielt weiterzuleiten und die eigene ärztliche Ressourcen zu schonen.
Schwerpunkte
Die verborgene Mitbetroffenheit – Warum Transparenz zählt Die Fortbildung widmet sich der epidemiologischen Relevanz und bricht das Schweigen um die kindliche Mitbetroffenheit – ein häufiger „blinder Fleck“ in der Anamnese. Im Fokus steht dabei vor allem die kritische Analyse der „Illusion des Schutzes“: Das Verschweigen oder Verharmlosen einer Krebsdiagnose führt bei Kindern nachweislich zu existentiellen Ängsten, Schuldgefühlen und Verhaltensauffälligkeiten. Dem wird das Leitbild der „Redlichen Klarheit“ entgegengesetzt, welches belegt, dass eine altersgerecht vermittelte medizinische Wahrheit die psychische Resilienz des Kindes nachhaltig fördert.
Werkzeuge für die Kitteltasche – Kommunikation im Zeitfenster Hier erhalten Teilnehmende konkrete, zeiteffiziente Werkzeuge für den Praxisalltag. Das Modul vermittelt Standards für die Initiierung des Themas (Wie frage ich nach der Familiensituation, ohne professionelle Distanz zu verlieren?) und liefert Argumentationshilfen, um elterliche Zurückhaltung wertschätzend aufzulösen. Kernstück ist das „Häppchen-Angebot“: eine Anleitung für Eltern, wie sie Informationen ehrlich, dosiert und orientiert an den Fragen des Kindes weitergeben können. Zudem werden sprachliche Brücken und angstfreie, tabulose Begriffe für kindgerechte Erklärungen (z. B. Krebs, Chemotherapie) vermittelt.
Fallarbeit & Praxis-Szenarien In diesem interaktiven Modul arbeiten die teilnehmenden gemeinsam an exemplarischen, klinisch relevanten Fällen, um theoretische Ansätze in praktische Hilfen zu verwandeln.
Die ärztliche Lotsenfunktion & das psychosoziale Netz Dieses Modul dient der strukturellen Entlastung der Ärzteschaft durch das Aufzeigen regionaler und überregionaler Auffangstrukturen. Es wird erörtert, wann spezifische Schnittstellen (klinischer Sozialdienst, Psychoonkologie, ambulante Krebsgesellschaften) unterstützen können und welche Spezialisten-Netzwerke (z.B. Beratungsstellen für Kinder, ambulante Brückenteams, Patenprogramme) existieren. Zudem werden rechtliche und bürokratische Unterstützungsleistungen wie die Haushaltshilfe (§ 38 SGB V) und die Mutter-/Vater-Kind-Reha als Kassenleistung beleuchtet. Ziel ist die Etablierung eines standardisierten Überweisungsprozesses, damit betroffene Familien lückenlos aufgefangen werden.
Kommende Termine
| Datum | Ort | Zeit |
| 20.01.2027 | Chemnitz | |
| 26.05.2027 | Leipzig | |
| 02.06.2027 , 09.06.2026 | online | |
| 16.06.2027 | Dresden | |
| 06.10.2027, 27.10.2027 | Online | |
| 17.11.2027 | 08056 Zwickau, Schlobigplatz 23 |