Fortbildung für medizinisches und psychosoziales Fachpersonal

Begleitung erkrankter Eltern mit minderjährigen Kindern
Pflegekräfte und Krankenschwestern, aber auch Sozialarbeiter und Onkolotsen, die schwangere Krebspatientinnen oder junge krebskranke Eltern mit Kindern betreuen, stehen vor einer Reihe tiefgreifender beruflicher und persönlicher Herausforderungen.
Die Betreuung dieser speziellen Patientengruppen ist emotional hoch anspruchsvoll und geht oft über die rein medizinisch-pflegerischen Tätigkeiten hinaus.
Diese Fortbildung qualifiziert Sie für die ganzheitliche Unterstützung von Familien in der onkologischen Krise. Wir erweitern den klinischen Blickwinkel um die systemische Perspektive und geben Ihnen handlungssichere Werkzeuge für den Praxisalltag an die Hand.
Die Schwerpunkte der Fortbildung:
Vom Befund zur Familiendiagnose
- Verständnis zirkulärer Wechselwirkungen: z.B. wie Krankheitssymptome der Eltern die Emotionen und die Kognition des Kindes beeinflussen.
- Brückenschlag: Von der Bedarfsermittlung hin zu spezialisierten Hilfsangeboten
- Altersgerechtes Verständnis: Krankheitswahrnehmung von 0 bis 18 Jahren, z. B. „Magisches Denken“ im Vorschulalter.
- Warnsignale demaskieren: Erkennen von Regression oder pathologischer Überanpassung („das zu brave Kind“).
- Kommunikations-Prinzipien: Coaching von Eltern zur dosierten, ehrlichen Informationsweitergabe.
- Finanzielle Absicherung: Regelungen beim Krankengeld, Nahtlosigkeits-Regelung und Grad der Behinderung (GdB).
- Rehabilitations-Konzepte: Vorstellung von Eltern-Kind-Programmen (z. B. „Gemeinsam gesund werden“).
- Wiedereingliederung: Wege zurück in den Beruf und langfristige Stabilisierung des Familiensystems.
Krebs in der Schwangerschaft & in der Elternschaft mit einem Neugeborenen
- Medizinische Sicherheit: Diagnostik und Behandelbarkeit von Krebs in der Schwangerschaft
- Bonding trotz Krise: Praktische Methoden wie „Fern-Bonding“ (Audio-Aufnahmen, Geruchsanker) für Säuglinge.
- Sozialrechtlicher Quick-Check: Fokus auf die zuzahlungsfreie Haushaltshilfe (§ 38 SGB V).
Die palliative Phase
- Abschiedsgestaltung: Wie Kinder den Tod begreifen und wie Eltern durch Vermächtnisse (Briefe, Erinnerungskisten) präsent bleiben.
- Rituale: Einbeziehung von Kindern in die palliative Endphase.
- Psychohygiene: Strategien zur emotionalen Abgrenzung und zum Erhalt der eigenen professionellen Belastbarkeit.
Ziele der Veranstaltung:
In der medizinischen Routine kommen Kinder erkrankter Eltern oft zu kurz. Diese Fortbildung schließt die Lücke zwischen medizinischer Notwendigkeit und familiärer Realität.
- Praxisnah: Sofort anwendbare Kommunikations-Techniken.
- Rechtssicher: Fundiertes Wissen zu SGB V und Rehabilitationsansprüchen.
- Empathisch: Fokus auf die Bindungssicherung zwischen Eltern und Kind.
Kommende Termine
| Datum | Ort | Zeit |
| 21.08.2026 – 22.08.2026 18.09.2026 – 19.09.2026 | Online | |
| 29.08.2026 12.09.2026 26.09.2026 10.10.2026 | 08056 Zwickau, Schlobigplatz 23 | |
| 15.01.2027 – 16.01.2027 29.01.2027 – 30.01.2027 | online | |
| 17.09.2027 – 18.09.2027 24.09.2027 – 25.09.2027 | online |
Falls Sie Interesse an der Veranstaltung haben oder weitere Informationen wünschen, melden Sie sich gern bei der Sächsischen Krebsgesellschaft e.V. unter info@familie-mit-krebs.de sowie bei der Projektmitarbeiterin Franziska Foltas unter der Telefonnummer 0375 21186772.