Qualifizierung zum Selbsthilfe-Navigator
Das Ziel des Navigatoren-Programms ist es Mitglieder der Selbsthilfe als ehrenamtliche Ansprechpartner für betroffene Familien zu qualifizieren. Sie sollen einen ersten Überblick über bestehende Angebote, Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten geben und die Familien bzw. die Betroffenen dann in entsprechende professionelle Unterstützungsangebote weiterleiten.

Schwerpunkte der Fortbildung
Grundlagen der Peer-Begleitung und Systematik
- Perspektivwechsel hin zum Verständnis der Krebserkrankung als „Familiendiagnose“
- Grundlagen des systemischen Verständnisses, bei dem die Erkrankung unmittelbar auf das soziale Umfeld und die emotionalen Systeme der Kinder einwirkt
- Etablierung der Navigatoren-Funktion
- Deutung von Warnsignalen wie „pathologische Unauffälligkeit“ oder Parentifizierung bei Kindern und Übertragung in konkrete Navigatoren-Leistungen
Erfahrungswissen und die Sprache der Kinder
- Unterstützung der Familie bei Überwindung der Sprachlosigkeit
- Grundlagen entwicklungspsychologischen, um Belastungsreaktionen altersgerecht einzuordnen
- Dosieren von Informationen durch das „Häppchen-Prinzip“
Lebensfluss und Neuanfang in der Krise
- Unterstützung in existenziellen Ausnahmesituationen wie einer Diagnose während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt
- Vermitteln von erstem Orientierungswissen über die Behandelbarkeit von Krebs während der Schwangerschaft und Unterstützung bei der Sicherung der frühen Bindung
- Kennenlernen sozialrechtliche Anker wie die zuzahlungsfreie Haushaltshilfe nach § 38 SGB V als wesentlicher Entlastungsfaktor für junge Familien
Die „neue Normalität“ gemeinsam gestalten
- Unterstützung bei der langfristigen Stabilisierung und den Übergang von der Akutphase zurück in den Alltag
- Begleitung betroffener Eltern bei der Rollen-Neuverhandlung und Moderation von Konflikten, die durch chronische Fatigue oder Progredienzangst entstehen können
- Orientierung im sozialen Sicherungsnetz, etwa zu Krankengeldfristen, dem Grad der Behinderung (GdB) und onkologischen Rehabilitationsprogrammen für das gesamte Familiensystem
Belastbare Nähe und Selbstfürsorge für Peers
- Thematisierung der Begleitung in der palliativen Endphase und Unterstützung bei der Gestaltung von Abschieden und Vermächtnissen
- Selbstfürsorge und Psychohygiene der Peers, um sich vor sekundärer Traumatisierung und Omnipotenzphantasien zu schützen
- Techniken der emotionalen Abgrenzung zur Sicherung der eigenen professionelle Handlungsfähigkeit und Belastbarkeit als Peer-Berater
Kommende Termine
| Datum | Ort | Zeit |
| 17.10.2026 24.10.2026 31.10.2026 7.11.2026 | 08056 Zwickau, Schlobigplatz 23 | |
| 11.11.2026 – 12.11.2026 18.11.2026 – 19.11.2026 | 08056 Zwickau, Schlobigplatz 23 | |
| 10.02.2027 – 11.02.2027 24.02.2027 – 15.02.2027 | ||
| 08.09.2027 – 09.09.2027 22.09.2027 – 23.09.2027 |